Pullacher Immobilienbrief - page 6

Herr Neuwirth, eine Immo-
bilie in der derzeitigen Phase
sehr niedriger Zinsen zu fi-
nanzieren ist doch ein Ge-
schenk. Viele freuen sich, die
günstigen Konditionen für
mindestens 10 Jahre zu si-
chern. Sie halten das für
falsch. Warum?
Natürlich gab es, so lange wir
denken können, kein solch
niedriges Zinsniveau. Es wird
Finanzierern suggeriert, dass
sie jetzt besonders profitieren,
wenn sie ein 10-jähriges Fest-
zinsdarlehen abschließen. So
jedenfalls sieht die Standard-
Immobilienfinanzierung
in
Deutschland aus. Welche Ge-
fahr aber in dieser Zinsfest-
schreibung liegt, wird dem
Kunden in der Regel nicht mit-
geteilt. Er selbst hinterfragt es
vor Freude über die vermeint-
lich tollen Konditionen auch
nicht. Dabei übersieht er die
große Gefahr am Ende der 10
Jahre in eine Hochzinsphase zu
geraten. Die Bank könnte dann
erneut eine Bonitätsprüfung
durchführen.
Bereits nach dem ersten Drittel
der durchschnittlichen Immobi-
lien-Finanzierunglaufzeit von
ca. 30 Jahren ist der Kreditneh-
mer eventuell nicht mehr in der
Lage den Kredit zu bedienen.
So manchen Häuslebauer ko-
stet dies seine Immobilie.
Aber eine zehnjährige Zins-
bindung schützt doch auch
vor steigenden Zinsen. Wer
sagt, denn, dass das Zinsni-
veau in 10 Jahren deutlich
höher liegt
?
Wer eine zehnjährige Zinsbin-
dung eingeht ist für mich ein
Spekulant. Ich halte mich lieber
an Fakten und gehe auf Num-
mer sicher. Für die Banken
lohnt sich der Run auf lange
Zinsbindungen wahrscheinlich,
für die Kunden sehe ich in die-
sem Modell eine große Gefahr.
Die Erfahrung der letzten Jahr-
zehnte zeigt, dass nach einer
langen Niedrigzinsphase ir-
gendwann eine Hochzinsphase
folgt. Wer sich heute für 10
Jahre Zinsbindung entscheidet
geht ein großes Risiko ein, dass
er in einer Hochzinsphase raus-
kommt.
Können Sie uns das an
einem konkreten Beispiel er-
läutern?
Aber gerne. Nehmen wir an, der
Kunde finanziert mit zehnjäh-
riger Festzinsbindung ein Volu-
men von 500.000 Euro bei
einem Zins von 1,5 Prozent und
einer monatlich zu zahlenden
Rate von knapp 1.458 Euro. Er
tilgt dabei mit 2%, bedeutet
108.000 Euro auf 10 Jahre.
Nach Ablauf von zehn Jahren
beläuft sich seine Restschuld
auf rund 392.000 Euro und er
hat 67.000 Euro Zinsen be-
zahlt.
Darauf folgt eine Anschlussfi-
nanzierung in einer Hochzins-
phase mit einem neuen Zinssatz
von 6,4 Prozent. Mit einer mo-
natlichen Rate von 1.458 Euro
kommt er da nicht weit. Einmal
angenommen, er würde wieder
eine zehnjährige Laufzeit ein-
gehen, bedeutet das Zinskosten
iHv 280.875 Euro. Noch nicht
einmal dafür würde die mtl.
Rate reichen, geschweige denn,
dass er einen Cent tilgen
könnte. Das ist einfach nicht
bezahlbar und schlicht weg rui-
nös.
Sie bieten eine ganz andere
Lösung bei der Immobilien-
finanzierung an. Was ma-
chen Sie besser oder anders?
Wir haben mit FlexSafe eine in-
novative, strategische Zinsbera-
tung entwickelt, die dem
Kunden bei optimaler Sicher-
heit, den günstigsten Zins er-
möglicht.
Wie
eingangs
erwähnt, unterstützen wir das
vorherrschende äußerst speku-
lative System nicht, sondern
bieten eine Immobilienfinanzie-
rung an, mit der sich unsere
Kunden immerhin um die 50
Prozent der Kosten sparen
kann. So arbeiten wir bereits
seit 14 Jahren sehr erfolgreich.
Das klingt zu schön, um
wahr zu sein. Was steckt
genau dahinter?
Wir empfehlen eine Immobi-
lienfinanzierung mit variabler
Zinsbindung auf Basis des 3-
Monats-Euribor. Das, was un-
sere Kunden auf diese Weise an
Geld sparen, können sie zusätz-
lich in die Tilgung investieren
und sind mit der Finanzierung
schneller fertig.
Hört sich vielversprechend
an, aber wie arbeiten Sie
genau?
Unser Grundgedanke ist, dass
eine mehrjährige Zinsbindung
nur bei einer tatsächlichen
Zinswende als Absicherung
sinnvoll ist. Diesen Punkt er-
kennen wir und informieren
umgehend unsere Kunden,
damit sie entsprechend handeln
können. Eine Festfinanzierung
berücksichtigt nicht die Mecha-
nismen eines Zinszyklus, will
heißen, dass nach Jahren der
relativen Zinsseitwärtsbewe-
gung immer eine Hochzins-
phase kommt.
Aber wie erkennen Sie eine
Zinswende?
Wir berufen uns hier auf unse-
ren eigens entwickelten Wirt-
schafts-Indikator, der bei einer
echten Zinswende anschlägt.
Eine Zinstrendwende kommt ja
nicht über Nacht. Sie ist das Er-
gebnis von strategischen Ent-
scheidungen der Notenbanken.
Diese steuern die Geldmengen.
Dabei gelten zwei unumstößli-
che Grundregeln. Erstens: In
wirtschaftlich schwachen Zei-
ten sollen fallende Zinsen das
Wachstum anregen. Zweitens:
In wirtschaftlich starken Zeiten
sollen steigende Zinsen das
Wachstum bremsen, um Über-
hitzung und Inflation zu ver-
Kurt Neuwirth ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Neuwirth Finance GmbH und spricht im Interview über die Risiken einer zu sorglosen
Finanzplanung beim Immobilienerwerb: „Wer eine zehnjährige Zinsbindung eingeht ist für mich ein Spekulant“.
Finanzen
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„Die Anschlussfinanzierung ist eine echte Risikofalle“
Kurth Neuwirths Unternehmen ist spe-
zialisiert auf innovative und sichere Im-
mobilienfinanzierungen, s.a. neuwirth.de
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hier Wohnraum zu erwerben. Aber was, wenn die Finanzierung nach der Zinsbindung explodiert?
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